Rechnimo

Steuerprogression

Steuerprogression bedeutet, dass der Steuersatz mit steigendem Einkommen zunimmt. Wer mehr verdient, zahlt nicht nur absolut, sondern auch anteilig mehr Steuern. In Deutschland ist die Einkommensteuer progressiv aufgebaut: Der Satz steigt vom Eingangssteuersatz von 14 Prozent stufenlos bis zum Spitzensteuersatz von 42 Prozent, für sehr hohe Einkommen bis 45 Prozent.

Grenzsteuersatz vs. Durchschnittssteuersatz

Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt. Der Grenzsteuersatz ist der Satz, mit dem der jeweils letzte verdiente Euro besteuert wird. Der Durchschnittssteuersatz ist die gesamte Steuer geteilt durch das gesamte Einkommen – er liegt immer deutlich niedriger, weil die unteren Einkommensteile geringer besteuert werden und der Grundfreibetrag steuerfrei bleibt.

Daraus folgt auch: Der verbreitete Satz „Eine Gehaltserhöhung lohnt sich nicht, weil ich in eine höhere Progression rutsche” ist ein Mythos. Nur der zusätzliche Betrag wird höher besteuert, nie das gesamte Einkommen. Netto bleibt nach einer Erhöhung immer mehr übrig als vorher.

Kalte Progression

Von kalter Progression spricht man, wenn Löhne nur die Inflation ausgleichen, das Einkommen dadurch aber in höhere Tarifzonen wächst und die Steuerlast real steigt, obwohl die Kaufkraft gleich bleibt. Um das abzumildern, verschiebt der Gesetzgeber die Eckwerte des Tarifs regelmäßig nach oben – so auch für 2026.

Quellen & Rechtsgrundlagen

  • §32a EStG – Einkommensteuertarif
  • BMF: Tarifeckwerte und Ausgleich der kalten Progression 2026

Rechtsstand: Steuerjahr 2026. Maßgeblich sind stets die amtlichen Quellen in ihrer aktuellen Fassung.

Jonas Jeamin Kröhn

Recherchiert und mit amtlichen Quellen (EStG, SGB, BMF) abgeglichen. Keine individuelle Steuerberatung.

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